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Die Phasen des Trauerns.

Schritt Eins.
Du leugnest, was passiert ist. Das kann nicht sein, da muss ein Fehler vorliegen, bestimmt ist das alles nur ein Irrtum, ein großes Missverständnis... - es darf ganz einfach nicht wahr sein. Nein. Außerdem willst du das auch alles gar nicht hören, das ist doch sowieso alles so abwegig, und überhaupt. Du sagst, sieh dir doch die Fakten an, und die sprechen ganz klar dagegen. Nein, es kann ganz einfach so nicht stimmen, es muss ganz einfach eine Verwechslung sein. Alles andere geht doch gar nicht.
Schritt Zwei.
Verwechslung ausgeschlossen. Irrtum unmöglich. Die Fakten liegen auf dem Tisch, und sie beweisen, dass es doch passiert ist. Du wirst wütend. Das ist alles ihre Schuld. Diese ganzen Leute, die dir jetzt sagen, dass kein Fehler vorliegt, dass wirklich das passiert ist, was in Form einer Ahnung dafür sorgte, dass dein Herz gleichzeitig raste und stehenblieb. Ihre Schuld. Und diese ganzen anderen Leute. Es hätte sie treffen sollen. Das ist unfair. Das kann nicht sein. Mach das ungeschehen! Was denkst du dir eigentlich dabei?, würdest du fast fragen. Was soll das? Du bist sauer. Auf alles.
Schritt Drei.
Okay, Wut ist vielleicht nicht der richtige Weg, aber du wirst nicht aufgeben. Du hast etwas zu bieten. Du bist bereit, etwas dafür zu tun, um die Dinge wieder richtig zu stellen. Du würdest alles tun, alles geben - und wenn du dafür nur einen einzigen Tag bekommst, auch gut. Du willst handeln. Du bittest, bettelst, flehst... du setzt alles daran, die Dinge wieder hinzubiegen, denn das ist doch deine einzige Chance, oder?
Schritt Vier.
Das ganze Flehen hat nichts gebracht, der Handel war nicht möglich. Du gibst auf. Du verzweifelst. Jetzt kann nur die Depression kommen, denn es hat alles nichts genützt. Die Dinge sind nicht, wie sie sein sollten. Es ist alles kaputt. Es gibt nichts zu sagen.
Schritt Fünf.
Doch irgendwann bricht ein Sonnenstrahl zu dir durch und du begreifst, dass du alles getan hast, was du tun konntest. Du beginnst, zu akzeptieren, und loszulassen.

Und gerade wenn du denkst, es wird besser, die Sonne scheint, und gerade, wenn es scheint, als wärst du auf dem Weg der Besserung...
da schlägt der Schock, die Erkenntnis erneut zu.
Und du ringst um Luft.
Und alles, was du denken kannst, ist: Das muss ein Irrtum sein. Nein, das kann so einfach nicht stimmen.
Das ist doch alles nicht wahr!



Bitte?

14.6.11 02:19

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