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Über das Bloggen.

Ich bin grad ein bisschen sprachlos, ein wenig geschockt und auch so etwas... hm... ja, gerührt vielleicht?
Es gibt hier die Möglichkeit, eine Liste von anderen Bloggern einzusehen und dann eben auf deren Seiten zu gehen und zu lesen, was die so erleben. Die meisten sprechen davon, ihr Buch endlich mal fertigzuschreiben, und die meisten haben irgendwelche Probleme.
Aber ich hab mich besonders bei einer sehr wiedergefunden. Da waren viele Dinge, die ich nie erlebt habe - obwohl sie nicht viel von Erfahrungen gesprochen hat, sondern eigentlich eher davon wie sie was-auch-immer nun verarbeitet. Und dann waren da eben auch Dinge, ... die hätten von mir sein können. Ohne Mist.
Thema Altfühlen.
Sie ist 21, ich seit kurzem nicht mehr. (OK, wow, es sind schon fünf Monate bald.) Und wir beide wissen, dass wir eigentlich gar nicht alt sind, und doch... irgendwie fühlen wir uns alt. Besser schnell Kind und Mann kriegen, solange man noch jung ist!
Und dabei beginnt auch sie gerade erst zu studieren (naja, genau genommen im Winter). Und ich hab ja auch gerade erst (vielleicht) das richtige Fach für mich gefunden. - Wobei Fachwechsel natürlich nicht vorm Altwerden schützen. (Ich hab eine kennengelernt... die ist glaub ich 26 oder 27 und wechselte bisher schon dreimal so oft wie ich - das will was heißen!)
Und was mache ich? Ich denke nicht bei ihr "Ich bin ja jung" oder sowas, aber ich denke bei einer anderen Kommilitonin, die gerade achtzehn ist: "Ich bin schon alt!" - das ist doch total absurd!?
Wir studieren beide Germanistik - ich jetzt schon mit Anglistik, sie bald mit Psychologie.
Problematische Familiengeschichte.
Narben am Handgelenk.
Das Schreiben.
Musik als Soundtrack des Lebens.
Vielleicht brauch ich doch auch eine Therapie...

Auf jeden Fall bin ich sehr beeindruckt. Ich finde mich so oft wieder... da sind so viele, die Tagebuch online führen... so viele, die schreiben wollen, einen Verlag suchen wollen, Nägel mit Köpfen machen wollen...
Aber ganz ehrlich, verkacken wir's nicht irgendwie auch alle? Wir wollen unser beschissenes Leben aufschreiben, und wir wollen auch Erinnerungen sammeln, und dann scheitern wir total. Als ob die eigene Lebensgeschichte zu erzählen nicht eigentlich das Einfachste überhaupt sein müsste! Wieso klappt es dann nicht?
Wieso kann ich nicht einfach erzählen, wie die Dinge waren? Wieso kann ich nicht davon schreiben, wie das mit dem Kerl war, oder mit dem, oder wie das damals war, mit dem Todesfall und mit dem Streit? All die Male, die ich gedacht hab: "Hör doch auf, rumzuheulen, bei mir siehts viel schlimmer aus!" ?
Die ganze Herzlosigkeit. Der ganze Mangel an Emotionen in meinem familiären Umfeld, diese ganze Kälte. Die Ungerechtigkeit.
Und die vielen, vielen Tagebücher(-anläufe) - und das Scheitern, immer wieder das Scheitern.
Eigentlich sollte es doch einfach sein. Ganz einfach.
Aber es scheint mir schwieriger, als etwas zu erfinden. Wahrscheinlich, weil ich schon immer so getan habe, als wäre ich jemand anders. Und, wie dieses andere Mädchen, hab ich dann auch immer versucht, allen zu helfen. Ich dachte wohl, so krieg ich Aufmerksamkeit, so werd ich toll gefunden.
Himmelhoch jauchzend. Und kurz danach zu Tode betrübt. Wahrscheinlich bin ich auch deshalb immer so müde, so ausgelaugt und erschöpft. Diese ganzen Wechsel kann ja niemand mitmachen!

Vielleicht sollte ich mal zum Arzt gehen. Kann ja chemische Ursachen haben - dann krieg ich Tabletten und alles wird gut.
Klingt gut.

Diese ganzen Momentaufnahmen... ich trinke gar nicht so oft, aber irgendwie sollte ich das wohl mal ausprobieren. Ich brauch ja eigentlich auch nicht unbedingt die Kippen, aber ein Kaffee als Frühstück würde mir sicherlich gut tun. Ich bin ja nicht wie die alle, ich trinke Kaffee ja auch zum Runterkommen und Ruhigwerden. Er tut mir gut, er ist meine Medizin.
Dafür hab ich dieses ganze Diätproblem nicht.
Naja, und dann wieder vielleicht doch. Mehr Bewegung würde mir sicherlich gut tun. Das Tanzen leidet momentan sehr unter der Uni.

Ach, ich weiß nicht. Ich kann es mir auch gar nicht wirklich vorstellen, über Jahre hinweg zu bloggen. Ich weiß auch nicht. Wahrscheinlich sollte ich einfach für heute Schluss machen.
Aber ich bin so wach. Blöde Cola. (Obwohl ich damit eigentlich noch nie ein Problem hatte, das Schlafen nach Cola meine ich.)
Ich hab heute auch mit Sicherheit zu wenig getrunken. Zu wenig Kaffee auch, ja, aber auch zu wenig Wasser. Eigentlich lebe ich momentan fast ausschließlich von Cola. Oder so.
Ich brauch Obst und Gemüse. Vitamine, nicht in Tablettenform. Das wäre mal was. So ein Mist.
Jetzt fängt das Hätte wieder an. Ich hätte das sollen. Ich hätte lieber das gemacht. Heute Mittag hätte ich lieber zum essen weggehen sollen, da wäre mehr Gemüse dabei gewesen als es so nun war.
Dabei hab ich mich doch von meiner Familienküche befreit. Ich wohne immerhin alleine, hallo? Ich kann kaufen und kochen, was ich will.
Ich hab keine Lust, schon wieder Geld auszugeben. Mist. Aber mein Kühlschrank ist quasi leer. Bei meinen Eltern hätte ich nun noch allerhand Mist im Kühlschrank gehabt. Es macht mich immernoch richtig wütend, an ihr dämliches Kaufverhalten zu denken. Oh Mann. Voll ätzend.
Wann werde ich endlich an den richtigen Stellen emotional distanziert sein, und doch einen anderen Menschen aufrichtig lieben können? (Oder kann ich das schon?)

2.5.11 02:38

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