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Romantik

In der Tiefe der Nacht,
wenn die Vögel nicht mehr zwitschern,
wenn ich nur noch meinen eigenen Atem höre -
oder nicht mal mehr den...
Keine Sterne am Himmel,
so schwarz ist die Nacht
die Bäume verschluckt
wie Menschen.
Ich muss die Augen nicht schließen,
denn ich sehe dich auch so.
Dich.
Ich sehe deine Augen immer vor mir.
Ich höre, wie du sagst...
ich höre dich. Immerzu.
Ich fühle deine Fingerspitzen.
Ich fühle deine Hand immerzu in meinem Nacken, ständig, und deine Fingerspitzen auf meiner Wange.
Ich fühle deine Lippen auf meinen Augenlidern, auf meinen Wangen - und immer wieder an der Stelle... dieser einen Stelle...
Diese elende Stelle, halb auf den Lippen, halb Richtung Wange...
Immer wieder. Als hättest du mich gebrandmarkt.
Ich spüre deine Finger von meiner Wange zu meinem Hals gleiten und wie du durch meine Haare fährst. Ich fühle den Griff um meinen Rücken fester werden, mich enger heranziehen, und ich wickle mich so eng in meine Decke, dass ich mich nicht bewegen kann, und weine. Ich halte die Luft an, weil es so weh tut...
Und immernoch fühle ich dich.
Doch jetzt ist deine Umarmung nicht mehr warm.
Sie ist kalt. Kalt wie es mir damals eigentlich hätte sein müssen, als wir draußen saßen.
Da warst du noch meine Sonne. Doch jetzt?
Wo ist meine Sonne?
Hier ist die Eiszeit ausgebrochen.
Es ist nicht mehr grau, stattdessen ist jetzt alles blau. Schwarzblau wie die Hoffnungslosigkeit. Oder heller blau, wie Eis oder so. Schnee bei Nacht, so wie der, der draußen liegt.
Blaukalt.

12.1.11 03:59

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