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Fear.

Fear.
The fear of december. Decemberphobia?
Christmasphobia?
Year's-end-phobia?
I'm scared. F-ing scared.

Es ist noch nie was Gutes im Dezember passiert.
Das hier ist ein Geständnis, geflüstert bei Kerzenschein. Ein einziges Teelicht ist mein Zeuge. Ich flüstere, bitte denk dir Flüstern. Ich traue mich kaum, das auszusprechen, ehrlich.
Also lach nicht.

Es ist wahr.
Im Dezember ist noch nie was Gutes passiert.
Der erste Dezember, den ich erlebt hab:
ich war gerade etwas mehr als acht Monate alt, konnte schon laufen und ganz gut brabbeln. Ich verstand das natürlich alles noch nicht so ganz, aber ich freute mich riesig auf den Weihnachtsmann und auf die Geschenke.
Wir hatten einen sehr schön geschmückten Weihnachtsbaum. Mit echten Kerzen. Und eine kleine Weihnachtsstadt, die ich ganz toll fand. All diesen Schnickschnack, auch eine Lichterkette, alles eben.
Meinen ersten Heiligen Abend verbrachte ich dann aber, ohne Geschenke und ohne Plätzchen, in der Notaufnahme. Man sieht heute nichts mehr, aber sich schon im zarten Alter von nicht einmal neun Monaten solche Verbrennungen zuzuziehen, ist kein allzu guter Start. Kein guter Anfang, für Mr.Weihnachten und mich.
Mein zweiter Dezember.
Ich rutschte auf einer vereisten Pfütze aus und schlug mir die Lippe auf. Hey, ich war nichtmal zwei Jahre alt, da ist sowas echt übel!
Und genau so gehts weiter.
Mein dritter Dezember: Finger in der Tür eingeklemmt.
Mein vierter Dezember: im Geschäft vergessen worden. Jaja, blabla, der Weihnachtsstress, und es war ja nur kurz... anyways!
Mein fünfter Dezember: Kaugummi in den Haaren. Ja, meinetwegen, das ist trotzdem Mist! der hing etwa auf Nasenhöhe drin.
Mein sechster Dezember: Schönes, neues Kleid an Kerze kaputt gemacht.
Mein siebter Dezember: Lebensmittelvergiftung.
Mein achter Dezember: beim Schlittschuhlaufen übel hingefallen. Ich hatte keine Prellungen, ich war eine Prellung.
Mein neunter Dezember: Silvester bekam mir nicht gut. Wieder mal Verbrennungen und Notaufnahme.
Sparen wir uns das und machen wir einen kleinen Sprung.
Der neunzehnte Dezember. Ich bin achtzehn. Ich baue meinen ersten Unfall, und eigentlich ist es gar nicht meine Schuld (mir fährt jemand wegen des Glatteises rein), aber trotzdem bin ich diejenige, die dann mit Schleudertrauma im Krankenhaus liegt und an Silvester nichts trinken darf, obwohl sie endlich mal dürfte.
Der zwanzigste Dezember. Ich bin neunzehn, frisch an der Uni - und stelle fest, dass ich das Fach wechseln werde. Ich bin not amused darüber, und dann sehe ich, wie sich jemand vor den Zug wirft.
Und gleich noch jemand.
Und schließlich der einundzwanzigste Dezember, der letztes Jahr. Ich bin 20 und stehe wieder vor einem Fachswechsel. Ich überlege, ein halbes Jahr blau zu machen, ich überlege auch, wirklich mit meinem Freund zusammenzuziehen. Es kriselte etwas, aber jetzt ist eigentlich alles wieder gut.
Ich feiere an Silvester getrennt von meinem "Schatz", wie sie es alle nannten, und lerne sogar jemanden kennen, bleibe aber treu. Ich denke viel nach - wenn man meinen Alkoholpegel bedenkt sogar erstaunlich viel - und komme zu dem Schluss, dass mein Freund es wert ist. Auf dem Heimweg rufe ich ihn an.
Er macht Schluss. (Ich konnte nichtmal was sagen, es war also nicht meine Schuld, zumindest nicht insofern, als dass ich was Falsches gesagt hätte oder so.)
(OK, das war nach Mitternacht, ich zähl das trotzdem zum Dezember dazu.)

Und es war - natürlich - ein Dezember, in dem sich meine Eltern trennten.

Also, ganz ehrlich, was kann dieser Dezember schon tun? Einerseits hatte ich doch eh schon alles. Andererseits...

30.11.10 22:02

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