-

 
 

Ende.

Der letzte Buchstabe geschrieben, der letzte Punkt gesetzt. Es ist vollbracht, es ist fertig, das Ende ist gekommen. Fertig. Schluss.
Und alles Gute.

Lebe wohl. Das sagt man doch zum Abschied?
Ich finde, das klingt immer so düster, als würde man sich nie wieder sehen. Unheimlich. (Genauso wie diese Wagner Oper, die ich mir heute angesehen hab. Uah. Gruselig.)

Bloggen für den guten Zweck (mit Kaffee.de!!)

Guten Morgen.
(Haha...)

Es gibt da so'ne Seite. Kaffee.de nennt die sich. Und die wandelt jetzt Blogeinträge in Kaffee & Kuchen um.
Klingt super, finde ich. (Und das nicht nur, weil ich Kaffee eh super finde und mich freue, diese Seite jetzt zu kennen, hehehe.)
Helfen war noch nie so einfach, glaub ich. Jedenfalls für jemanden, der sowieso schreibt. Und deshalb mach ich jetzt auch Werbung dafür - ihr müsst alle spenden
Es läuft so: für jeden verfassten und veröffentlichen Artikel über die Aktion wird (von kaffee.de - das ist übrigens ein Online-Shop) ein Stück Kuchen gespendet, und ab jedem 25. Kuchen dann noch 500g Kaffee. Und 500g Kaffee reichen für 25 Tassen Kaffee, also kriegt im Prinzip jeder ein Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee.
Der Kuchen wird dann von der Tafel verteilt (bzw. von den Tafeln überall).
Und wer kriegt den Kuchen?
Sozial und wirtschaftlich Benachteiligte. Also genau die, die sich vor allem Kuchen sonst eher nicht leisten können, weil sie jede Münze doppelt umdrehen müssen. Oder weil sie sowieso kein Geld haben, weil sie ohne Job auf der Straße leben (also auch ohne Wohnung). Familien, die vielleicht nur Pech beim Hausbau hatten, also bei der Erfüllung ihres Lebenswunsches, und die dann mit ihren Kindern in eine winzige Wohnung ziehen mussten (und sich jetzt über dieses Bildungspaket freuen, weil ihre Kleinen nun doch endlich auch an Schulausflügen teilnehmen können) und ihnen nicht mal Kuchen kaufen können. Und jetzt kriegen sie doch welchen.
Deshalb finde ich auch, ich sollte diese Aktion unterstützen. Und deshalb mach ich das auch sehr, sehr gerne.
Vielleicht spende ich auch so noch was, wenn das geht. Bin grad ein bisschen in Eile, deshalb kann ich darüber leider grad noch nichts sagen, weil ich noch nicht danach suchen konnte, aaaber
wer immer das hier liest, kann auch selbst nachlesen:

http://www.kaffee.de/blog/bloggen-fuer-den-guten-zweck

Übrigens: wir sind bei 166 Stück Kuchen und 332 Tassen Kaffee. (Also reichen 500g wohl sogar für mehr als 25 Leute. Sehr gut! )

Hier ist übrigens nochmal die Seite vom Online-Shop selbst. (Aktueller Kuchenstand: 178 Stück - yeah!)
www.kaffee.de

Louisa denkt, sie hat ihn

Eins vorweg -
ich weiß nicht, wie Louisa es schafft, so fest auf ihren Beinen zu stehen. Immerhin war sie mal mit Phillip zusammen.
Ich stolpere nur noch, wenn ich überhaupt vom Boden hochkomme und mich bewegen kann, und ich hatte nie was mit ihm.
Also keine Ahnung, wie sie das macht.

Vielleicht, weil sie frisch verliebt ist, aber ich finde, dass sie sich verlieben konnte, ist schon ein Beweis dafür, dass sie gut auf den Füßen stehen kann.
Jedenfalls hat sie einen aus ihrem Jahrgang wiedergetroffen, Martin. Und sie denkt, er ist es. Der ominöse Richtige.
Ich bin froh, dass ich Matt hab, weil er auch um Phillip trauert. Martin kannte ihn gar nicht. Das muss doch seltsam sein für Louisa?

Wie auch immer.
Es geht mir ein bisschen besser. Aber wenn, dann hab ich Phase vier übersprungen, oder ich denke unterbewusst über neue potentielle Handelswege nach.
Vielleicht mache ich einen Box-Kurs. Scheint mir ja gut zu tun, das zuschlagen... (Matts Wangenknochen ist übrigens wieder ganz normal, tut nicht mehr weh und der blaue Fleck - der war ja eh nur sehr klein - ist auch ganz verschwunden.)

Licht

Sein Tod - das klingt immernoch so surreal...
Aber sein Tod hatte irgendwie nun doch auch Gutes. Sozusagen. Ich trau mich fast gar nicht, das zu schreiben, aber ich denke, dass alles auch gute Konsequenzen hat, und dass es das muss, sonst... naja. Wir brauchen das.
Da, wo vor sechzig Jahren KZs waren, grünt und blüht es wie irre. Ist mir immer wieder aufgefallen. Vogelnester, Bäume, es ist verrückt. Aber ich denke, das ist einfach der Beweis, dass das Gute über das Böse siegt, und dass es immer Hoffnung gibt, und dass es weitergeht.
Und so bin ich nun mit Matt zusammen, was wir eigentlich schon längst hätten sein sollen. (Manchmal denke ich, dass Phillip dann noch am Leben wäre.) Wir waren schon so lange immer wieder ziemlich gleichzeitig solo, und wir verstanden uns schon immer so gut. Und im Gegensatz zu all den anderen ist bei uns nie was gelaufen, und... naja.
Der Gedanke stand schon so oft im Raum, doch nun, bei all dem Trauern, ist uns endlich klargeworden, worauf es ankommt, und wir haben uns gefunden, endlich. Genug rumgeeiert, im Endeffekt gehörten wir doch schon immer zusammen, ist doch offensichtlich.

Ich durfte ihm eine reinhauen.
Er war bei mir, ich kann nicht mehr in den ---weg gehen, und irgendwann hat er mich gefragt, ob er was für mich tun, mir irgendwie helfen kann, er fand, ich wirke so fertig und alles. Er hat mir schon bei der Trauerfeier über den Arm gestreichelt. Naja.
Und ich hab geantwortet, ich will was schlagen. Ihn am liebsten, weil er so gut damit klarkommt, weil er diese dumme Trauer so gut angehen kann, während ich noch nicht mal über Phase drei hinwegkomme, ich werd ja nichtmal richtig verzweifelt, ich bin nur wütend die ganze Zeit und manchmal will ich einen Tausch vorschlagen (aber wem denn nur??) - aber ich komm nicht über diese dumme Phase hinweg, ich krieg das einfach nicht auf die Reihe -

Jedenfalls durfte ich ihm dann eine reinhauen. Meine Hand tut immernoch weh, aber das war es wert. Ihm hats gar nicht so wehgetan, sagt er jedenfalls.
Und dann hab ich geweint. Ich hab schon lange nicht mehr richtig geweint, höchstens mal in Gedanken oder vor Wut. Ich bin ja immer nur wütend, wie soll man da weinen, vor Traurigkeit? Wie denn.
Und er hat es ausgehalten.

Wut

Diese beschissenen Phasen sind voll für den Arsch. Vonwegen, da geht's weiter. Vonwegen.
Leugnen? Ja, meinetwegen am Anfang. Und dann immer, wenn du schläfst, und vor dem Aufwachen, und du denkst: Es war alles nur ein Traum - und dann ist es doch keiner.
Manchmal kann ich es bis zum Frühstück verdrängen.
Aber mein Tagebuch ist ein beschissener Verräter.
Und die Postkarten an der Wand flüstern es mir immer wieder zu.
Und ich will immernoch tanzen, und jetzt sag mir mal, mit wem. Hahaha.
Diese ganzen beschissenen Dinge, die mich daran erinnern, machen mich wahnsinnig. Am besten, ich breche mir ein Bein, kann nie wieder tanzen, verbrenne mein dämliches Tagebuch und...
In so einem Film konnte man sein Gedächtnis löschen lassen.

Aber nein, ich will die Erinnerungen ja behalten. Ich will mich an ihn erinnern. An seine stechend blauen Augen. An seine geschwungene Nase. An seinen Geruch. Seine Geisteswissenschaftlerhände - so anders als die von Matt. Obwohl er Gitarre spielt. Und sein Lachen. Das Tanzen mit ihm. (In meinem Kopf spielt die ganze Zeit La valse d'Amèlie.) Seine Stimme. Sein "I like" und seine seltsamen Spitznamen, die er für mich hatte. Bell, wie die Türglocke, oder Anton. Und die vielen Gespräche... mit wem soll ich denn jetzt ungezwungen essen gehen? Es gibt keinen anderen, mit dem ich essen gehen kann, ohne zu befürchten, dass er andere Absichten hegt, denn mit Phillip war das schon abgehakt, und alle anderen, die über ihre Absichten hinweggekommen sind, haben jetzt gar nichts mehr mit mir zu tun.
Manchmal frage ich mich, was gewesen wäre, wenn ich nicht mit Louisa mitgegangen wäre. Wenn ich nicht in dieses beschissene Café gegangen wäre, um zu schreiben. Ich hätte überhaupt nie anfangen sollen zu schreiben. Wie kam ich nur auf diese absolut dumme, hirnrissige Idee?
Und nein, es hatte nicht den Vorteil, beste Freundin, blabla. Im Gegenteil. Ich kann Louisa - ich kann nicht mal an sie denken, ohne aggressiv zu werden. Immerhin hat sie mir diese beschissene Nachricht doch überbracht! Hätte sie es nicht für sich behalten können?
Und sie hat mich damals mitgeschleppt. Hätte sie ihre Klappe gehalten, hätte ich sie jetzt vielleicht in schwarz im Café gesehen oder so, aber Phillip wär mir scheißegal.
Aber... seine Augen.
Ich seh überall seine dämlichen Augen.
Und überall laufen Typen rum, sie aussehen, wie er. Das ist so zum Kotzen. Vor allem, weil ich jedes Mal daran denken muss, dass er das nicht sein kann.

Diese Phasen sind jedenfalls voll für'n Arsch.
Ich bin nur noch wütend und will handeln, aber keiner lässt sich darauf ein, nicht einmal eine beschissene Stunde krieg ich. Was haben seine Freunde denn gemacht? Wieso haben die nichts unternommen?
Und wieso sollte ich sauer auf Phillip sein, seid ihr bescheuert?
Und ich komm auch nicht zum akzeptieren. Ich komm zum Verzweifeln, und dann geht es direkt weiter mit der Wut. Zorn, Despression, und das Gegenteil von Einsicht. Das sind meine ständigen Begleiter.
Am liebsten würde ich sie alle abstechen.

Und ich will Matt eine reinhauen, weil er so scheiße gut damit klarkommt, zu trauern, weil er einfach traurig ist, der hat diesen ganzen anderen Mist einfach übersprungen.
Das ist so unfair.

Er hat meine Gitarre noch.

Und er wollte sie doch stimmen und neue Saiten drauf machen... und mir dann was vorspielen. Mit Matt vielleicht sogar, die haben ja in letzter Zeit öfter zusammen gespielt.

Matt ist total fassungslos.
Ich bin... in Watte. Wirklich wie in Watte. Wenn man's nicht erlebt hat, klingt das seltsam, aber es fühlt sich wirklich ganz genau so an.

Die Phasen des Trauerns.

Schritt Eins.
Du leugnest, was passiert ist. Das kann nicht sein, da muss ein Fehler vorliegen, bestimmt ist das alles nur ein Irrtum, ein großes Missverständnis... - es darf ganz einfach nicht wahr sein. Nein. Außerdem willst du das auch alles gar nicht hören, das ist doch sowieso alles so abwegig, und überhaupt. Du sagst, sieh dir doch die Fakten an, und die sprechen ganz klar dagegen. Nein, es kann ganz einfach so nicht stimmen, es muss ganz einfach eine Verwechslung sein. Alles andere geht doch gar nicht.
Schritt Zwei.
Verwechslung ausgeschlossen. Irrtum unmöglich. Die Fakten liegen auf dem Tisch, und sie beweisen, dass es doch passiert ist. Du wirst wütend. Das ist alles ihre Schuld. Diese ganzen Leute, die dir jetzt sagen, dass kein Fehler vorliegt, dass wirklich das passiert ist, was in Form einer Ahnung dafür sorgte, dass dein Herz gleichzeitig raste und stehenblieb. Ihre Schuld. Und diese ganzen anderen Leute. Es hätte sie treffen sollen. Das ist unfair. Das kann nicht sein. Mach das ungeschehen! Was denkst du dir eigentlich dabei?, würdest du fast fragen. Was soll das? Du bist sauer. Auf alles.
Schritt Drei.
Okay, Wut ist vielleicht nicht der richtige Weg, aber du wirst nicht aufgeben. Du hast etwas zu bieten. Du bist bereit, etwas dafür zu tun, um die Dinge wieder richtig zu stellen. Du würdest alles tun, alles geben - und wenn du dafür nur einen einzigen Tag bekommst, auch gut. Du willst handeln. Du bittest, bettelst, flehst... du setzt alles daran, die Dinge wieder hinzubiegen, denn das ist doch deine einzige Chance, oder?
Schritt Vier.
Das ganze Flehen hat nichts gebracht, der Handel war nicht möglich. Du gibst auf. Du verzweifelst. Jetzt kann nur die Depression kommen, denn es hat alles nichts genützt. Die Dinge sind nicht, wie sie sein sollten. Es ist alles kaputt. Es gibt nichts zu sagen.
Schritt Fünf.
Doch irgendwann bricht ein Sonnenstrahl zu dir durch und du begreifst, dass du alles getan hast, was du tun konntest. Du beginnst, zu akzeptieren, und loszulassen.

Und gerade wenn du denkst, es wird besser, die Sonne scheint, und gerade, wenn es scheint, als wärst du auf dem Weg der Besserung...
da schlägt der Schock, die Erkenntnis erneut zu.
Und du ringst um Luft.
Und alles, was du denken kannst, ist: Das muss ein Irrtum sein. Nein, das kann so einfach nicht stimmen.
Das ist doch alles nicht wahr!



Bitte?

Das geht nicht ohne Tränen ab.

Ich will, dass Regiena ganz viel schreibt, um zu zeigen, wie aufgewühlt sie ist, aber ich finde keine Worte.
Phillip ist tot.
Phillip, mein Phillip. Wie kann denn das sein?
Wieso hat er denn nie was gesagt? Ich weiß ja von nichts, und ich hab noch überlegt, ob wir Samstag vielleicht tanzen gehen, ob ich ihn frage, er hat doch gesagt ich soll davon ausgehen dass er immer Zeit und Lust hat! Aber jetzt ist er nicht da -
Er...
Ich...
Ich weiß nicht, was ich sagen soll.
Morgen ist die Trauerfeier. Wie soll ich das denn schaffen? Ich kenn doch seine Familie nicht mal.
Das muss ein Fehler sein.
Oh, wie ich mir wünsche, dort anzukommen, und das ist jemand anderes auf dem Bild... dann wird meine größte Sorge sein, auf die Trauer der Anwesenden Rücksicht zu nehmen, und nicht laut loszulachen, vor Erleichterung.
Ja, genau so muss es doch kommen.
Das ist sicher alles ein Fehler.
Es gibt noch einen Phillip... mit demselben Namen. Und demselben Geburtsdatum. So selten ist der Name ja doch nicht! Das kann doch schonmal vorkommen, oder?

Das wird nicht ohne Tränen abgehn.

Der Hund war nun schon seit einer Woche weg. Regiena hielt daran fest, dass sie ihn wiederfinden würden, doch ihre Hoffnung war krank und schwach, und sie wusste nicht, wie lange es noch dauern würde, bis sie zusammenbrach und erlosch. Es war ein verzweifeltes Festhalten, kein zuversichtliches. Eines von der Sorte: Wenn ich das nicht tue, kann ich nicht atmen, nicht leben, nichts. Wenn ich das nicht tue, kann ich mich nicht aufrecht halten. Ich darf nicht loslassen.
Immer wieder gingen ihr die Worte durch den Kopf: Alles hat seine Zeit. Hatte also das Wiederfinden auch seine Zeit? Sollte ihr das Mut machen?
Sie verlor sich in Traumwelten. Ihre unfertigen Buchideen wuchsen, es kamen zahlreiche neue Personenkreise dazu mit gigantischen Stammbäumen. Das gab ihr Kraft, es lenkte sie ab. Sie musste dann nicht der Realität die Stirn bieten.
Doch, abends vor allem, immer wieder ging es raus, Hund suchen. Es machte sie fertig. Die Hoffnung, die jedes Mal aufs Neue ein bisschen aufkeimte - und die furchtbare Enttäuschung, die dann doch jedes Mal wieder zuschlug.
Und dann wurden Haustiere auch nicht so alt. Wie lange hatte sie wohl noch? Und wie sollte sie das bloß ertragen? Wie sollte sie den Schmerz von anderen ertragen?
Wie denn bloß?
Aber alles hatte wohl seine Zeit. (?)

Zehn Tage nach dem Verschwinden schrieb sie in ihr Tagebuch:
So, und nun hatte es wohl seine Zeit, dass ich diesen Anruf kriege und mir Jana erzählt, was sie von ihrer Kosmetikerin weiß, und aus der Zeitung, nämlich, dass Sebastian tot ist. Hab's noch nicht realisiert, werd ich aber wohl noch früh genug. Heulen kann ich trotzdem schon ganz gut.

Bloggen...

ist Aufwärmtraining.
Genug davon jetzt! Es ist Zeit für das erste Spiel! Es muss endlich losgehen jetzt.
Ich will schon wieder ins Bett kriechen und schlafen...

Aber ich hab auch das Problem, dass ich mich so schnell langweile. Ich bin meinen Ideen weit voraus, ich bin schon wieder am nächsten Ufer - ich bin einfach zu schnell für diese Welt, irgendwie.
Ich will schon wieder was Neues anfangen. Ach Mensch. Blöde Sache.
Vielleicht kann ich die Sache umstrukturieren?
Oder Regiena schreibt doch was anderes?
Vielleicht wird es besser, wenn eine Geschichte erst richtig ausgereift ist, aber irgendwie kann ich mir das nicht vorstellen. Ich liebe Anfänge einfach viel zu sehr. Viel zu sehr. Auch in anderen Bereichen. Ich weiß gar nicht, wie ich so länger bei einer Sache bleiben soll.
Manchmal frage ich mich sogar, ob ich eigentlich beziehungsfähig bin. Aber jahrelang derselbe Kerl? Ich kann mir das gar nicht vorstellen. Aber ich hab ja bisher auch nur Gurken erwischt. Da kann das ja nichts werden.
Oder?
Und was ist mit meinem Buch?

Das Bloggen hat mich angetrieben, weiterzuschreiben. Obwohl ich ja auch nicht wirklich viel bei der Sache geblieben bin... klar, ich denke oft über Regiena nach, aber irgendwie lebe ich ja doch mein Leben und blogge nur davon. Oder?
Vielleicht sollte ich eine Woche lang nicht bloggen. Sondern am Buch weiterschreiben. Sonst wird das doch nie was!?
Hm...

Through the Looking-Glass

Ich lese, nach Plan vorgehend, nun Through the Looking-Glass. Das ist total faszinierend, er hat das so gut getroffen, wie kleine Kinder und junge Mädchen denken... Und deshalb ist das auch total praktisch, weil Regiena ja darüber nachdenkt, ein Jugendbuch zu schreiben.
Alice nimmt viele Dinge so herrlich wörtlich. Ich will jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen, aber das ist ganz super. Und dünn genug, ums selbst zu lesen.
Es ist auch so süß, wie sie im Spiegel nur daran denkt, dass sie hier nicht "genervt" werden kann, dass niemand sie rufen kann bzw. bestrafen kann... dabei sieht sie gar nicht, dass das auch irgendwie sehr einsam ist.
Das wird Regiena sehr faszinieren, wenn ich das mal sagen darf.

Just enjoy the show? I want my money back.

Aaaaargh.
Wasfür ein dummer Tag. Mann. Ich glaub, ich bin doch der Typ Frau, der laufend denkt, oder denken muss: Was tu ich hier bloß???
Das war heute wirklich peinlich, und dumm, und nervig. Ätzend. Nicht-Spaß-machend. Zum Haare raufen. Haarausfall fördernd ebenso. Einfach total blöd.
Aber mir ist noch nie ein Absatz abgebrochen, und... was gibts noch? Laufmaschen und reißende (Kleid-)träger und so. Mehr fällt mir grad gar nicht ein. OK, doch, platzende Hosen oder sowas. Gibts nichts mit den Haaren? Haarefärben. Aber das will ich gar nicht, also kann mir das auch eh nicht passieren.
Meine Finger glitzern. Das kommt von dem Lidschatten. Der ist eigentlich genau die Farbe meiner Haut, bloß dass er eben noch glitzert. Ich mag den total.
Ich glaub, ich hab meine "Schmink-Skills" total verbessert. Wenn ich an das Bild in meinem Pass denke... hui. Ich bin mir aber gar nicht mal sicher, ob ich mich da nicht vielleicht falsch erinnere. Wo hab ich eigentlich die anderen Bilder von damals hin? Hm. Weiß nicht mehr. Egal.
Ich werde mal nachsehen müssen. C'est la vie.

Nachtrag: Es ist schlimmer, als ich dachte. Ich sehe übermüdet aus und man sieht nichts von meinen Wimpern, als wäre ich gar nicht geschminkt. Dann sehen meine Haare furchtbar aus und ich trage einen Rollkragenpullover, was sich nicht gerade positiv auf das Bild auswirkt... es sieht schlimm aus. Wirklich ganz furchtbar.

Über das Bloggen.

Ich bin grad ein bisschen sprachlos, ein wenig geschockt und auch so etwas... hm... ja, gerührt vielleicht?
Es gibt hier die Möglichkeit, eine Liste von anderen Bloggern einzusehen und dann eben auf deren Seiten zu gehen und zu lesen, was die so erleben. Die meisten sprechen davon, ihr Buch endlich mal fertigzuschreiben, und die meisten haben irgendwelche Probleme.
Aber ich hab mich besonders bei einer sehr wiedergefunden. Da waren viele Dinge, die ich nie erlebt habe - obwohl sie nicht viel von Erfahrungen gesprochen hat, sondern eigentlich eher davon wie sie was-auch-immer nun verarbeitet. Und dann waren da eben auch Dinge, ... die hätten von mir sein können. Ohne Mist.
Thema Altfühlen.
Sie ist 21, ich seit kurzem nicht mehr. (OK, wow, es sind schon fünf Monate bald.) Und wir beide wissen, dass wir eigentlich gar nicht alt sind, und doch... irgendwie fühlen wir uns alt. Besser schnell Kind und Mann kriegen, solange man noch jung ist!
Und dabei beginnt auch sie gerade erst zu studieren (naja, genau genommen im Winter). Und ich hab ja auch gerade erst (vielleicht) das richtige Fach für mich gefunden. - Wobei Fachwechsel natürlich nicht vorm Altwerden schützen. (Ich hab eine kennengelernt... die ist glaub ich 26 oder 27 und wechselte bisher schon dreimal so oft wie ich - das will was heißen!)
Und was mache ich? Ich denke nicht bei ihr "Ich bin ja jung" oder sowas, aber ich denke bei einer anderen Kommilitonin, die gerade achtzehn ist: "Ich bin schon alt!" - das ist doch total absurd!?
Wir studieren beide Germanistik - ich jetzt schon mit Anglistik, sie bald mit Psychologie.
Problematische Familiengeschichte.
Narben am Handgelenk.
Das Schreiben.
Musik als Soundtrack des Lebens.
Vielleicht brauch ich doch auch eine Therapie...

Auf jeden Fall bin ich sehr beeindruckt. Ich finde mich so oft wieder... da sind so viele, die Tagebuch online führen... so viele, die schreiben wollen, einen Verlag suchen wollen, Nägel mit Köpfen machen wollen...
Aber ganz ehrlich, verkacken wir's nicht irgendwie auch alle? Wir wollen unser beschissenes Leben aufschreiben, und wir wollen auch Erinnerungen sammeln, und dann scheitern wir total. Als ob die eigene Lebensgeschichte zu erzählen nicht eigentlich das Einfachste überhaupt sein müsste! Wieso klappt es dann nicht?
Wieso kann ich nicht einfach erzählen, wie die Dinge waren? Wieso kann ich nicht davon schreiben, wie das mit dem Kerl war, oder mit dem, oder wie das damals war, mit dem Todesfall und mit dem Streit? All die Male, die ich gedacht hab: "Hör doch auf, rumzuheulen, bei mir siehts viel schlimmer aus!" ?
Die ganze Herzlosigkeit. Der ganze Mangel an Emotionen in meinem familiären Umfeld, diese ganze Kälte. Die Ungerechtigkeit.
Und die vielen, vielen Tagebücher(-anläufe) - und das Scheitern, immer wieder das Scheitern.
Eigentlich sollte es doch einfach sein. Ganz einfach.
Aber es scheint mir schwieriger, als etwas zu erfinden. Wahrscheinlich, weil ich schon immer so getan habe, als wäre ich jemand anders. Und, wie dieses andere Mädchen, hab ich dann auch immer versucht, allen zu helfen. Ich dachte wohl, so krieg ich Aufmerksamkeit, so werd ich toll gefunden.
Himmelhoch jauchzend. Und kurz danach zu Tode betrübt. Wahrscheinlich bin ich auch deshalb immer so müde, so ausgelaugt und erschöpft. Diese ganzen Wechsel kann ja niemand mitmachen!

Vielleicht sollte ich mal zum Arzt gehen. Kann ja chemische Ursachen haben - dann krieg ich Tabletten und alles wird gut.
Klingt gut.

Diese ganzen Momentaufnahmen... ich trinke gar nicht so oft, aber irgendwie sollte ich das wohl mal ausprobieren. Ich brauch ja eigentlich auch nicht unbedingt die Kippen, aber ein Kaffee als Frühstück würde mir sicherlich gut tun. Ich bin ja nicht wie die alle, ich trinke Kaffee ja auch zum Runterkommen und Ruhigwerden. Er tut mir gut, er ist meine Medizin.
Dafür hab ich dieses ganze Diätproblem nicht.
Naja, und dann wieder vielleicht doch. Mehr Bewegung würde mir sicherlich gut tun. Das Tanzen leidet momentan sehr unter der Uni.

Ach, ich weiß nicht. Ich kann es mir auch gar nicht wirklich vorstellen, über Jahre hinweg zu bloggen. Ich weiß auch nicht. Wahrscheinlich sollte ich einfach für heute Schluss machen.
Aber ich bin so wach. Blöde Cola. (Obwohl ich damit eigentlich noch nie ein Problem hatte, das Schlafen nach Cola meine ich.)
Ich hab heute auch mit Sicherheit zu wenig getrunken. Zu wenig Kaffee auch, ja, aber auch zu wenig Wasser. Eigentlich lebe ich momentan fast ausschließlich von Cola. Oder so.
Ich brauch Obst und Gemüse. Vitamine, nicht in Tablettenform. Das wäre mal was. So ein Mist.
Jetzt fängt das Hätte wieder an. Ich hätte das sollen. Ich hätte lieber das gemacht. Heute Mittag hätte ich lieber zum essen weggehen sollen, da wäre mehr Gemüse dabei gewesen als es so nun war.
Dabei hab ich mich doch von meiner Familienküche befreit. Ich wohne immerhin alleine, hallo? Ich kann kaufen und kochen, was ich will.
Ich hab keine Lust, schon wieder Geld auszugeben. Mist. Aber mein Kühlschrank ist quasi leer. Bei meinen Eltern hätte ich nun noch allerhand Mist im Kühlschrank gehabt. Es macht mich immernoch richtig wütend, an ihr dämliches Kaufverhalten zu denken. Oh Mann. Voll ätzend.
Wann werde ich endlich an den richtigen Stellen emotional distanziert sein, und doch einen anderen Menschen aufrichtig lieben können? (Oder kann ich das schon?)

Tränen lachen. Läuft!

Wow.
Also, ich war heute im Kino. Und ich hab... Tränen gelacht, weil es so lustig und immer lustiger wurde, und dann hab ich denk ich geweint, weil es auch so traurig wurde, weil diese arme Frau echt in der ..... sitzt zwischendurch, und dann wurde es schlagartig wieder sooo lustig... verrückt!
Und deshalb: läuft! Mir liefen nur so die Tränen. Ich hatte natürlich kein Taschentuch. Aber war geschminkt. Yeah.
(Es stellte sich allerdings heraus, dass nichts verlaufen war, Glück gehabt. Alles gut, sehr hübsch, blabla.)
So ein Buch würde ich gerne schreiben. Ist mir dann auf einmal bewusst geworden. Ich will ein Buch schreiben, das die Leute zum lachen bringt, und dann zum heulen. Ich will, dass sie den Personen zugucken beim Lesen, und hören, wie sie sich ohne Worte fragen, was zum Kuckuck sie da eigentlich machen. Und sie sollen es nachvollziehen können. Sie sollen, die Beine angewinkelt und die Füße neben sich auf der Couch stehend, das Buch im Schoß, den Kopf schütteln und nicken und ein Gesicht ziehen, das sagt: Ich kenn das. Ich weiß genau, wie du dich fühlst. Ich stelle mir dieselben Fragen wie du.
Aber wie macht man das?
Ich bin nicht dieser typische Typ Frau der das tut. Also - dieser eine spezielle Typ Frau, für den solche Situationen typisch sind, in denen man sich fragt: Was mach ich hier eigentlich?
(Vielleicht ist Laura so ein Typ Mensch...? Ich weiß nicht.)
Oder muss man so ein Typ gar nicht sein? - Doch, ich denke schon. Wenn ich versuche, mir jemanden so vorzustellen, dann ist das ein anderer Typ Frau als ich es bin, oder andere, die ich kenne. Die meisten wenigstens.
Aber... wenn ich im Kino war denke ich danach in fremden Mimiken. (Wenn denken das richtige Wort ist...) Ich weiß nicht, ob das ist, weil ich mich so in die Leute reinversetze oder so, keine Ahnung. Aber ich hab ihre Mimiken danach im Kopf, obwohl sie meinem Gesicht teilweise sicher nicht stehen.
OK, das klingt sicher seltsam.
Wie auch immer...
Ich denke, ich lasse Regiena Schauspielerin werden wollen. Und dann denkt sie darüber nach, versetzt sich in andere, und dann verschwimmt ihre Identität mit denen - so wie bei Black Swan - und dann dreht sie durch. Damit hätte ich dann auch schon die Geschichte des psychischen Durchdrehens. Ist doch gut... Oder? Naja, solange ich beim Schreiben nicht auch durchdrehe... haha.
Aber auf jeden Fall wird sie Schauspielerin. Vielleicht finde ich eine Schauspielstudentin, die mir was über den Studiengang erzählen kann. Oder Regiena besteht die Aufnahmeprüfung nicht. Hm... vielleicht bewerbe ich mich für eine, um zu sehen, wie das abläuft. Obwohl ich so eine Absage ja nicht unbedingt brauche, also... naja. Warten wir's mal ab.
Die Bewerbungsfrist ist eh Februar, das gibt's nur zum Wintersemester, also hab ich noch schön Zeit, mir das zu überlegen. (Denn weiter weg will ich für so eine Sache nicht unbedingt gehen, wenn es ja nicht einmal richtig ernst gemeint ist... )
Aber wie kann ich da hingehen, ohne es richtig ernst zu meinen? Dann könnte ich es doch auch gleich lassen. Oder? Sonst würde Regiena - oder ich - doch immer denken müssen, es hätte nicht geklappt, weil sie/ich es nicht wirklich von ganzem Herzen versucht hätte. Ein Knackpunkt.

Fernsucht.

Ich hab jetzt entschieden, dass ich in der vorlesungsfreien Zeit einen Sprachkurs machen will.
Jetzt muss ich mir nur noch überlegen, in welcher Sprache...
Es wird wohl auch so Einstufungstests geben, aber ich kann nicht warten und meine Entscheidung dann nur davon abhängig machen, dafür bin ich viiiel zu ungeduldig! Ich hab sogar schon überlegt, mir eine Sprache selbst beizubringen... ich glaube, das ist eher keine gute Idee.
Ich kann Deutsch und Englisch. Und mein Französisch ist irgendwo zwischen dem zweiten und dritten Lehrjahr stecken geblieben, schätze ich... aber ich will was sonniges lernen, Italienisch oder Spanisch oder Portugiesisch.
Oder doch was Kaltes, nordisches? Finnisch, Dänisch, Russisch? (Russisch gehört natürlich eher zu 'kalt' und weniger zu 'nordisch'.)
Schweden würde mich auch interessieren.
Zurück zu Ibiza.
Dort spricht man Spanisch, ich weiß, aber in Italien gibt es so tolles Essen. (Außerdem hab ich Eat, Pray, Love gesehen.) Ehrlich gesagt würde ich am liebsten dort hin gehen und vor Ort die Sprache lernen. Und gleich dazu die Kultur kennenlernen. Das wäre doch auch am sinnvollsten, oder?
Vielleicht mach ich das wirklich.
Alle anderen gehen weg, kennen ihre Traumziele... sogar Regiena war nach dem Abi im Ausland, haha. Louisa wird ein Auslandssemester machen, wahrscheinlich. Sie wird sich jedenfalls bewerben und spart sowieso schon - sie will nach England. Ist wohl super teuer, dort zu studieren, und die "Lebenshaltungskosten" auch. (Ich kann mir, warum auch immer, nie merken, ob das Lebenshaltungskosten oder Lebensunterhaltungskosten sind. Total seltsam, weil ich das ja tausend Mal schon gelesen oder gehört hab und alles, und auch dafür aufkommen muss, also, für meine x-kosten. Aber - eben gelesen, im nächsten Moment vergessen. Total verrückt.)
Naja, und sonst... Phillip ist eh so ein Sprachenmensch, Matt ändert eh ständig seine Meinung und wird wahrscheinlich eines Tages nach Indien auswandern, oder in die Karibik, irgendsowas. Oder er wird uns alle überraschen und sich nach Grönland oder Island absetzen.
Amélie, die wohl doch noch hier ist (hab sie letztens gesehen) kommt ja sowieso aus Frankreich. Denise kommt zwar nicht aus dem Ausland, aber ist hier trotzdem neu, und hat Verwandte in Österreich und Belgien, was zwar nicht weit weg ist, aber doch interessant. Laura und Clemens haben Verwandte aus Polen, diese ganze Ausland-Deutschland-Geschichte da mit den Kriegen, ich war nie gut in Geschichte. Aber die sprechen polnisch (die Verwandten) und manche leben auch in Polen und sie (Laura und Clemens) sind auch gelegentlich dort.
Der einzige, der so wenig vom Ausland sieht, wie ich, ist Sven. Juhu. (Jan auch, aber der zählt nicht. Er redet übrigens nicht mehr mit mir. Nicht mal mehr ein Hallo, wenn seine Flucht misslingt oder so.)
Frederick ist übrigens auf Haiti geboren und hat dort bis zu seinem achten Lebensjahr gelebt.

Ich will nach Ibiza.

Und ich will Hippie-Klamotten und Haarreife und ich will meine langen Haare in Wellen und geflochten tragen und mit Sonnenbrille.
Okay, meine Sonnenbrille sieht eher nach Audrey Hepburn als nach Flower Power aus. Mist.
Aber das lässt sich ja alles ändern. Also geht es nach Ibiza. Wann? Ähm...
Naja, vielleicht wenn ich Spanisch kann. Wäre ja unter Umständen ganz praktisch.
Bleibt nur die Frage, ob ich zuerst nach Italien oder nach Spanien gehe, denn Italienisch muss ich auch noch lernen. Und wenn ich mal den Eifelturm sehen will?
Oder mal was ganz anderes?
Aber in kälteren Ländern gibt es keine Hippie Klamotten. In England zum Beispiel. Da müsste ich dann den viktorianischen Sonnenschirm auspacken, hahaha.
Nun ja.
Wann anders dann also.
Aber am besten noch in der Studienzeit, oder? Denn im Büro kann ich wohl nicht als Hippie rumlaufen... denk ich. In der Uni hingegen schon. Mit dem größten Vergnügen.
Ich mag die Uni. Vielleicht studiere ich danach doch gleich noch was. Bachelor sind ja nur sechs Semester, das sind nur drei Jahre, das geht schon recht schnell...
Ich will am liebsten jetzt nach Ibiza. Aber was mach ich mit meiner Wohnung? Und woher nehm ich das Geld?

ggg es.

Manchmal müssen Töne herhalten...
Ich will zu Beethovens Fünfter schreiben. Nach dem ersten Viertel ein Ball... dann das Phantom der Oper, ein Tanz, der Jäger von Schneewittchen kommt aus dem Wald, jemand fällt, Schwanensee.

Morning After.

Früh morgens wachst du auf. Du hast das Gefühl, der Morgen hüllt sich in Grautöne, obwohl der Sonnenaufgang sein gewohntes Orange zeigt.
Oder du bist gerade erst heim gekommen und hörst die Vögel zwitschern.
Oder die Mittagssonne und Gerüche des Essens deiner Nachbarn tanzen durchs Fenster herein.
Weitere Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit, sonstige körperliche Leiden wie etwa Muskelkater und ein allgemeines inneres Angewidertsein fehlen auch nicht.
Möglicherweise bist du in einem fremden Bett aufgewacht und hast einen Kater, aber wenn nicht - umso schlimmer.
Dann weißt du noch alles und wünschst dir, du könntest vergessen...
Dann wird dir schwindlig, wenn sich deine Gedanken um die letzte Nacht drehen, und du fühlst dich schrecklich gerädert.

Etwas Erlebtes. Nach dem Schreiben.

Das ist der falsche Ort, um dich zu betrügen, doch gibt es überhaupt einen richtigen Ort dafür? Einen malerischen Ort, an dem die Bücher nicht alle aus Beispielen zu bestehen scheinen, die mich mahnen, warnen, tadeln, mir sagen, dass es kein gutes Ende nehmen wird, Beispiele, Berichte, Selbstmörder, die den Betrug nicht ertrugen...
Der Kaffee wird mir nicht sagen, wie der arme Mann geendet ist, den seine Frau betrog, doch ist das nicht der richtige Ort.
Es ist auch nicht der richtige Ort, um an dich zu denken, und trotzdem tue ich es, und auch, wenn es die falsche Zeit ist. Wenn man etwas permanent tut ist es ohne Belang, ob die richtige oder falsche Zeit ist.
Das ist nicht, was ich tue - es ist nicht an der Zeit, für jemand neuen, dennoch habe ich keine Entschuldigung für dieses kleine Vergehen...
Großes Drama, kleine Tragödie, mit welchem Wort übersetze ich 'crime' wenn ich dir damit sagen will, dass es falsch ist, sich falsch anfühlt, und sie dich schon längst durchtränkt?
Ist das in Ordnung?
Hier kommt noch ein Vergehen: ich gebe meine Waffe aus der Hand wenn sie geladen ist. Du wirst nicht abdrücken, doch weißt du, wie du sie halten musst?
Die Bücher sprechen davon, wie andere daran scheiterten, also ist das in Ordnung für dich? Ich gebe meine Waffe weg, wenn sie geladen ist - drück nicht ab, bitte, wie soll ich sie halten?
Ist das okay für dich?

Nein.

Sommernächte

I.
There she stood, gazing into the night, images slowly fading, the blur light of streetlamps seeming so far away...
She didn’t actually mean to do it, it just happened. And, like it always did, she felt unable to simply speak. It was hearing what they say but finding it impossible to make a sound. It was too late now, anyways, but even if not, she couldn’t.
Just like she couldn’t do a thing about it.
A sigh came through her lips, hardly a noise, but nobody was there to hear. She looked up. The smoke had turned to a cloudy looking picture. She blinked to make out the exact contures but failed since her eyes watered even more than before. Suddenly realizing she was crying - not actually, though - she fell into a whirlwind of colours, coming from memories she had ignored too long and which forced their way to the surface now, sounds and feelings, not knowing, where to look or how to escape.
Of course she saw it coming, expected it to come long before, but it appeared to turn up surprisingly since she had almost forgotten, yet in a part of her heart fearfully awaiting its appearance. It was not like in a usual tragedy or something predictable, she knew nothing but that it would hurt a lot, yet not expecting it to hurt herself so badly.
She wanted to get away, to get rid of it long ago; wanted to slip beyond this world of expectations, to escape the urge to please him, the urge to please anyone, and the thoughts...
Oh, the thoughts. Whenever they came to her mind she almost trembled from being so afraid of them. They were ticking bombs, ready to explode within seconds and less, able to set off a chain of ideas, all appearing at once and all enforcing attention at the same time. She was so afraid they might keep her from sleeping at night that she hardly ever dared to calm down, so she kept turning and turning, burning out with every moment, but not yet tired enough to drop and sleep, until she finally got too exhausted to sleep at all...
It was a vicious circle. - It had been...
Finally, her mind eased, the thoughts came to an abrupt end. Hushed and realized:
there was nothing left to torture her with.
The nightmare had revealed, what she saw coming was already there and gone again. It was over, all over. Lovelorn was there, but not for her.
She could finally rest.

II.

Es ist dunkel. Eine Laterne taucht die Straße in gelbliches Licht. Es hat geregnet, alles leuchtet und glänzt.

Ich stehe am Straßenrand, lasse meinen Gedanken freien Lauf. Warum ich hier stehe? Warum ich nicht weitergehe?

Ich muss lächeln - ‘schmunzeln’ nennt man das wohl.

Ein Auto braust vorbei. Ich schließe für einen Moment die Augen und versuche, das Geräusch in Worte zu fassen. Räder, die sich schwer über den Asphalt rollen, dabei einen Teil des zurückgebliebenen Wassers in Bewegung bringen, ein leises Spritzen einzelner Tropfen, das ganz normale Geräusch eines fahrenden Autos... Ich merke, dass es Dinge gibt, für die man noch keine Worte gefunden hat, Dinge, die von der “subjektiven Vorgeschichte” jedes Einzelnen abhängen, wie ich es einmal in einem anderen Zusammenhang genannt habe...

Der Himmel hat ein dunkelblau angenommen, dass sich gut mit dem gelben Licht versteht, das ich nun jedoch verlasse um einen malerischen Ort zu finden. Meine Gedanken laufen weiter, also setzen sich auch meine Beine in Bewegung - so könnte es ein Dichter ausdrücken, natürlich etwas kreativer.

Ich fühle mich, als stünde ich am Anfang etwas Großem. Wieder sucht mein Kopf nach Worten, ich atme tief ein. Musik spielt, versucht zu untermalen. Ein leichtes Rascheln als der Wind durch die Blätter einiger Bäume fährt. Assoziationen mit einer Hand, die durch langes Haar gleitet. Schampoowerbung, Kuss, wessen Hand, wessen Haar?

Die Sterne spielen mit den Wassertropfen. Noch immer funkelt es, nur die Kerzen fehlen, abendliche Romantik, wo ist das Paar?

Das Leben schreibt Geschichten, heißt es. Mag sein, doch aufschreiben will ich es nicht. Zu viele Facetten, zu viele Details - zu vieles, das kaputt geht, wenn man darüber spricht oder schreibt. Zerbrechliche Augenblicke, und du auch.

Inspirationen schießen auf mich ein, eine nach der anderen, ohne Zeit zu lassen, aufgeschrieben zu werden - macht nichts.

Eine Brücke... Ich denke an Kafka, denke an Wasser, denke an Mainz, denke an verschiedene Lebensgeschichten. Einige fanden an einem ähnlichen Ort ihr Ende - makaber oder künstlerisch? Bilder - malen oder fotografieren?

Die Zeit steht still, kein Handy könnte jetzt klingeln. Ich bin schon lange nicht mehr an einem Ort, an dem andere meinen Weg kreuzen könnten. Die Lichter in den Fenstern sind auch nur an, um den Sternen und Laternen Gesellschaft zu leisten. Vögel und andere Tiere sind auf stumm geschaltet, nur der Wind singt sein leises Lied.